Warum es ZAYA gibt
von Thomas Voigt, Mitgründer ZAYA Foundation
Es war wieder einer dieser typischen Montage. Später Nachmittag, ich besuche Falk, der sein Büro über unserem hat, und wir schnacken. Übers Wochenende, dann über das ganze Chaos in der Welt, angefangen bei Trump bis zu Epstein. Und wieder einmal fragen wir uns, wie man da eigentlich optimistisch bleiben kann.
An diesem Montag war aber etwas anders. Das Wochenende hatte besonders hart zugelangt und bittere Erfahrungen lagen hinter uns.
Und irgendwann sagt einer von uns, dass es mit mehr Frauen in Führung definitiv anders aussehen würde. Besser. Yes!
Wir sind beide Väter. Man denkt anders, wenn man Töchter aufwachsen sieht. Man will, dass die Welt, in der sie groß werden, eine ist, in der Chancengleichheit und Sicherheit einfach da sind. Selbstverständlich.
Aus diesem Gespräch wird an diesem Nachmittag noch kein Plan. Aber ein Entschluss. Wir wollen aufhören, nur zuzuschauen.
Was dann passiert, geht schneller als erwartet. Christina, Stefanie, Wiebke, Noah, Marvin und Cora kommen dazu, alle sofort dabei, alle ohne Zögern. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Und gleichzeitig bestätigt: Da ist etwas, das größer ist als eine gute Idee.
Gemeinsam entsteht die Vision eines Vereins, der Frauen unterstützt, vernetzt und begleitet. Female Leadership im Fokus. Und richtig anpacken, das ist von Anfang an der Tenor aller.
Aber zu was eigentlich? Was soll das werden?
Wir reden darüber und es wird klar:
- Weil wir überzeugt sind, dass die Welt mit mehr Frauen in Führung eine bessere ist. Das ist unser „Warum“.
- Und das „Was“ ist Female Leadership. Frauen in Führung, in Entscheidungen, in Verantwortung.
- Together wird unser Kern und damit unser „Wie“ Zusammen wachsen, zusammen führen, zusammen stärker werden.
Und dann ist da noch etwas, das uns von Anfang an wichtig ist: Bewegung. Kampfsport, Movement, körperliche Auseinandersetzung mit sich selbst, das verändert etwas. Wer lernt, sich zu bewegen, lernt auch, sich zu behaupten. Wer im Ring steht, auch nur im übertragenen Sinne, weiß was in ihr steckt. Bewegung und Empowerment zusammen sind ein mächtiges Tool. Das wollen wir nutzen.
Beim ersten richtigen Treffen 2025 merke ich: Das hier wird mehr als eine weitere Initiative. Was uns verbindet, sind echte Erfahrungen. Jede und jeder am Tisch hat selbst erlebt oder beobachtet, wie Frauen auf Hürden stoßen, strukturell, persönlich, immer wieder.
Wir haben uns gefragt, ob es wirklich zu wenig Unterstützung gibt. Ein Blick in die Zahlen, Gespräche mit Vereinen, Organisationen, Frauen, und die Antwort ist klar: Es kann mehr geben. Mehr Orte, an denen Austausch möglich ist. Mehr Räume, in denen Entwicklung einfach Platz bekommt.
ZAYA soll vom ersten Tag an mehr als ein Konzept sein. Frauen zusammenbringen, Ressourcen teilen, Wirkung entfalten, über einzelne Gespräche hinaus.
Ein prägender Teil dieser Entwicklung ist die Verbindung nach Uganda. Coach Noah, Mitgründer von ZAYA und Gründer der Mambas Academy, zeigt uns früh, was entsteht, wenn Vertrauen wächst, Gemeinschaft gelebt wird und gezielte Förderung wirklich ankommt. Diese Erfahrungen sind für mich zum Kern von ZAYA geworden.
So wird aus einer Idee ein gemeinsamer Weg. Mit Wurzeln in Hamburg, einem offenen Blick über Grenzen hinweg, und dem Anspruch, Frauen in ihrer Stärke ernst zu nehmen. Konkret. Jetzt.
Über den Autor
Thomas Voigt ist Mitgründer und Vorstand der ZAYA Foundation. Im Hauptberuf führt er eine Werbeagentur in Hamburg. Vater von vier Kindern, darunter zwei Töchtern und überzeugt, dass die Welt mit mehr Frauen in Führung eine bessere ist.